Erklärungen zum „Huifbedrijden“

Das „Huifbedrijden“ wurde in den 80er Jahren von einem Landwirt aus den Niederlanden erfunden, um Menschen mit Schwerstbehinderungen, die nicht mehr auf einem Pferd sitzen können, das „Reiten“ zu ermöglichen.

Das „Huifbed“ ist ein Stahlrahmen auf drei Rädern, auf dem Menschen auf einem Spanntuch, zwischen zwei Pferden liegen und so deren Bewegungen spüren.

 

Sinn und Zweck von „Huifbedrijden“

Im Vordergrund steht immer der Wohlfühleffekt und das Vergnügen mit Pferden in Kontakt zu sein, die positiven emotionalenAuswirkungen der Pferd-Mensch-Beziehung und die Möglichkeit der Teilnahme an gewissen Freizeitaktivitäten, die aufgrund der schweren Behinderung sonst nicht möglich wären.

 

Für wen ist „Huifbedrijden“ geeignet?

·      Für ältere Menschen, welche selbst die Kraftnicht mehr aufbringen können (durch fehlende oder abgebaute Muskulatur) selbständig auf einem Pferd zu sitzen

·      Personen die unter Demenz leiden, die durch den Kontakt mit dem Pferdekörper, -geruch und den Bewegungen angenehme Erinnerungen abrufen und erleben können

·      Behinderte Menschen –sowohl Körperbehinderte als auch Personen mit geistiger Behinderung

·      Personen, welche unter Stress und/oder Burnout Symptomen leiden

 

Beispiele:

·      Verspannungen der Muskulatur werden durch die Schrittbewegungen gelöst

·      Wegen Mangel an Bewegung ist die Darmtätigkeit oft sehr beeinträchtigt. Das „Huifbedrijden“ fördert durch die Bewegung und Wärme die Darmperistaltik und erleichtert so die Verdauung und Ausscheidung

·      Schleim in Lunge und Bronchien werden durch die Bewegung besser abgehustet

·      Durch die sanften Bewegungen wird die Person entspannter und kann besser schlafen

·      Die Durchblutung wird gefördert

 

Das Besondere am „Huifbed“

Das „Huifbed“ ist so gebaut, dass die Pferde nicht wie beim Kutschenfahren vor der Kutsche laufen, sondern unter dem Spanntuch, auf welchem der Mensch liegt. Er spürt somit die Bewegung und die Wärme der Pferdekörper.

Der Fahrer sitzt hinter den Pferden und kann optimal den vor ihm liegenden Menschen beobachten. Durch einen Spiegel der oberhalb des Kopfes des Menschen an gebracht ist, besteht für beide zusätzlicher Blickkontakt.

Jedes „Huifbed“ ist genau auf die Pferde, die unter ihm laufen, angepasst. Da zwei Pferde an das „Huifbed“ angespannt werden, müssen diese die gleiche Größe und den gleichen Schrittrahmen aufweisen, außerdem müssen sie stressresistent sein.

Es können nur Pferde gefahren werden, die sehr ruhig sind und die eine lange Ausbildung hinter sich haben. Diese Ausbildung hat zum Ziel ein vertrauensvolles und sensibles Verhältnis zwischen Pferd und Fahrer aufzubauen, welches die Basis für ein harmonischesArbeiten darstellt.

Die Pferde müssen neben der körperlichen Ausbildung absoluten Gehorsam zeigen und Vertrauen zum Menschen haben.

Des Weiteren werden die Pferde unter anderem an verschiedenste Umweltreize gewöhnt (laute Geräusche, Flattern von Fahnen, Hupen ...) sowie an die technischen Hilfsmittel (Aufstiegshilfen, Personenlifter usw.).

Neben den Pferden sind aber auch Fahrer und Helfer gefordert. Sie müssen im Umgang mit Schwerstbehinderungen viel Erfahrung aufweisen. Dies beinhaltet die Handhabung von Personenliften sowie auch das Erlernen der Techniken der verschiedenen Liegepositionen.

Die häufigst angewandte Position ist die Rückenlage, d.h.mit dem Kopf in Richtung Pferdehals und die Beine in Richtung Kruppe (Hinterteil des Pferdes), praktisch parallel zu den Pferden.